Wie viel verdient ein Rugbyspieler?
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Geld & Rugby
259.000 €/Jahr
Das ist das durchschnittliche Bruttogehalt eines Top-14-Spielers, also etwa 21.000 € pro Monat. Aber hinter dem Durchschnitt verbergen sich schwindelerregende Unterschiede: von einem Nachwuchsspieler mit 1.200 € netto bis zu Stars mit über 600.000 €.
Hier ist eine vollständige Aufschlüsselung der Gehälter im Rugby, vom Amateurbereich bis zu den bestbezahlten Spielern der Welt.
Die Top 14, die bestbezahlte Liga der Welt
Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Nexia S&A (veröffentlicht Ende 2024, Saison 2023-2024) erreicht das durchschnittliche Bruttogehalt der 520 Profispieler 259.000 € pro Jahr. Das ist fünfmal mehr als in der Pro D2 und etwa 33 % mehr als in der englischen Premiership.
Doch dieser Durchschnitt verschleiert enorme Unterschiede:

Der Salary Cap: Wie funktioniert er?
Um die sportliche Ausgewogenheit zu gewährleisten, setzt die LNR eine Gehaltsobergrenze fest. Für 2024-2025 beträgt diese 10,7 Millionen Euro pro Verein.
Diese Obergrenze kann durch ein System von Credits (lokal ausgebildete JIFF-Spieler, ausgewählte Nationalspieler…) überschritten werden. Sieben von vierzehn Vereinen erreichen bereits über 99 % ihrer zulässigen Obergrenze.
Er umfasst Festgehälter, Prämien, Sachleistungen und Bildrechte, die vom Verein gezahlt werden. Persönliche Werbeverträge (Sponsoren) sind hingegen nicht enthalten.
Wie viel verdient man je nach Position?
Nicht alle Positionen sind auf dem Gehaltszettel gleich viel wert. Hier sind die von der LNR (geprüfter Bericht Nexia S&A) veröffentlichten durchschnittlichen Jahresgehälter 2024-2025:
Der Verbinder ist nun die bestbezahlte Position: Stratege, oft Kicker, ein seltenes Profil. Die großen Zweite-Reihe-Spieler und die Dritte-Reihe-Mitte-Spieler vervollständigen das Podium, da diese Körpertypen in Frankreich schwer auszubilden sind. Im Gegensatz dazu bleiben die Flügelspieler trotz ihrer medialen Präsenz die am schlechtesten bezahlten.
Gut zu wissen: Die durchschnittliche Vergütung der lokal ausgebildeten Spieler (JIFF) steigt von 245.000 auf 253.000 € innerhalb eines Jahres. Die Regeln, die die französische Ausbildung fördern, wirken sich direkt auf die Gehälter aus.

Die bestbezahlten Spieler Frankreichs
An der Spitze der Pyramide ragen einige Namen deutlich heraus (Schätzungen von L'Équipe, Midi Olympique, Sportune):
| Spieler | Verein | Vereinsgehalt (brutto/Jahr) |
|---|---|---|
| Matthieu Jalibert | Union Bordeaux-Bègles | ~850.000 € |
| Antoine DupontNr. 1 weltweit | Stade Toulousain | 600.000–805.000 € |
| Gaël Fickou | Racing 92 | ~800.000 € |
| Owen Farrell | Racing 92 | 780.000–800.000 € |
| Grégory Alldritt | Stade Rochelais | ~600.000 € |
| Damian Penaud | Union Bordeaux-Bègles | 450.000–600.000 € |
| Thomas Ramos | Stade Toulousain | ~500.000 € |
Ein Sonderfall: Antoine Dupont ist vor allem der Spieler mit dem höchsten Gesamteinkommen weltweit. Seine Werbeverträge (Volvic, Peugeot, LVMH, Danone, Skip) und Bildrechte bringen ihm zusätzlich über 2 Millionen Euro ein: Insgesamt schwanken seine Einkünfte zwischen 2,8 und 4,1 Millionen Euro pro Jahr. Er hat seinen Vertrag mit Toulouse bis 2031 verlängert.

Die Gehälter in der Pro D2
Trotz dieser bescheidenen Zahlen bleibt die Pro D2 international wettbewerbsfähig: Die Gehälter sind dort vergleichbar oder sogar höher als in der Premiership für Spieler der zweiten Reihe. Daher die Ankunft von Stars wie George North (Provence Rugby) oder Courtney Lawes (Brive).
Nationale & Fédérale: Die Grauzone
In der Nationale (ehemals Fédérale 1) beträgt der tarifliche Mindestlohn in Vollzeit 21.000 € brutto/Jahr (~1.750 €/Monat). Viele Spieler haben daneben einen Job. Die ambitioniertesten Vereine, oft von einem Mäzen unterstützt, zahlen besser, um Profis am Ende ihrer Karriere anzuziehen.
In der Nationale 2 und darunter: hauptsächlich Spielprämien, Kilometergelder und Sachleistungen (Wohnung, Anstellung bei einem Partner). Für die meisten kein festes Gehalt. Hier bleibt Rugby vor allem eine Leidenschaft neben einem klassischen Berufsleben.
Die Top 14 im Vergleich zu anderen Ligen
| Liga | Durchschnittsgehalt (brutto/Jahr) | Referenz |
|---|---|---|
| Top 14 🇫🇷Nr. 1 | 259.000 € | Die bestbezahlte der Welt |
| Premiership 🏴 | 203.800 € | Rückgang um 6 % gegenüber 2022-23 |
| Pro D2 🇫🇷 | 75.420 € | Die 2. französische Liga |
| Japan League One 🇯🇵 | ~1 Mio. € (Stars) | Sehr hoch für Ausländer, niedrig lokal |
| URC 🇮🇪🇿🇦 | < Pro D2 | Niedriger für die Mehrheit |
Die englische Gehaltsobergrenze (~7,6 Mio. €) ist deutlich niedriger als die französische Obergrenze. Die Verbinder sind dort ebenfalls die bestbezahlten (~275.000 €/Jahr), aber auf allen anderen Positionen bietet die Top 14 höhere Gehälter.

Rugby vs. Fußball: die Kluft
Die immer wiederkehrende Frage: Wie viel verdient ein Rugbyspieler im Vergleich zu einem Fußballer? Die Antwort ist eindeutig.
Ein durchschnittlicher Spieler der Ligue 1 verdient mehr als das Doppelte eines durchschnittlichen Top-14-Spielers. Und an der Spitze wird der Unterschied schwindelerregend: Antoine Dupont erhält von seinem Verein fast 100-mal weniger als Kylian Mbappé bei PSG verdiente. Selbst wenn man seine Werbeeinnahmen berücksichtigt, bleibt man weit hinter den Standards des Fußballs zurück.
Drei Erklärungen: die Fernsehrechte (Canal+ zahlt ~127 Mio. €/Jahr für die Top 14, im Vergleich zu über einer Milliarde für die Ligue 1), die Anzahl der lizenzierten Spieler (Rugby ist der 10. Sport in Frankreich) und die Kadergröße (35 Spieler pro Verein im Rugby gegenüber 25 im Fußball).
Die Entwicklung der Gehälter seit 1995
Rugby wurde 1995 (1997 in Frankreich) professionalisiert. Seitdem haben sich die Gehälter vervierfacht.
| Saison | Durchschnittsgehalt (brutto/Monat) | Kontext |
|---|---|---|
| 2001-2002 | 5.269 € | Die Anfänge des Profitums |
| 2013-2014 | 17.645 € | Verdreifachung innerhalb eines Jahrzehnts |
| 2019-2020 | 20.065 € | Historischer Höhepunkt vor Covid |
| 2020-2022 | ~19.000 € | Tiefpunkt aufgrund der Pandemie |
| 2023-2024 | 19.287 € | Wieder aufwärts |
| 2024-2025 | 21.000 €Rekord | Neuer Höchststand (Nexia S&A) |
Dieses Wachstum wird durch steigende Fernsehrechte (Canal+ wird ab 2027 von 127 auf fast 140 Millionen/Jahr steigen), das Aufkommen neuer Sponsoren und die zunehmende Medienpräsenz des Rugby (XV de France, Olympische Spiele Paris 2024 im 7er-Rugby) getragen. Der Trend dürfte sich fortsetzen, auch wenn der Salary Cap darauf abzielt, die Gehaltsinflation einzudämmen.
Das professionelle Rugby hat sich seit dem Ende des Amateurismus im Jahr 1995 enorm entwickelt. Auch wenn die Gehälter weit unter denen des Fußballs liegen, ermöglichen sie den Besten, gut von ihrer Leidenschaft zu leben. Aber für die überwiegende Mehrheit der Spieler – in der Pro D2, in der Nationale oder in den Regionalligen – bleibt Rugby vor allem eine Frage der Leidenschaft, bevor es ein Beruf ist.
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