Wie nennt man einen schlecht angebrachten Pass im Rugby?
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Ein falsch angepasster Pass im Rugby wird als "en-avant" (oder „Vorwärtspass“) bezeichnet, wenn der Ball in Richtung der gegnerischen Mallinie gespielt wird. Dies ist eines der häufigsten Vergehen im Spiel: Es führt zu einem sofortigen Stopp und einem Gedränge, das der gegnerischen Mannschaft am Ort des Vergehens zugesprochen wird.
Aber Vorsicht: Nicht jeder Fehlpass ist unbedingt ein "en-avant". Hier ist der wesentliche Unterschied, den man verstehen muss.
En-avant: Was genau besagt die Regel?
Gemäß den Rugby-Spielregeln von World Rugby (Regel 12) tritt ein "en-avant" auf, wenn ein Spieler den Ball nach vorne verliert oder ihn mit der Hand oder dem Arm in Richtung der gegnerischen Mallinie stößt. Der Ball muss dann den Boden oder einen anderen Spieler berühren, damit das Foul abgepfiffen wird.
Der entscheidende Punkt: Es ist die Richtung des Balls in Bezug auf die Hände des Passgebers, die zählt, nicht seine absolute Flugbahn. Ein Spieler, der mit voller Geschwindigkeit läuft, kann einen Pass ausführen, der sich von seinen Händen nach hinten bewegt, aber durch den Schwung im Verhältnis zum Boden nach vorne getragen wird. In diesem Fall ist es kein "en-avant" – selbst wenn der Ball vor dem Passpunkt landet. Dies ist eine Feinheit, die viele Zuschauer (und manchmal auch Schiedsrichter) falsch interpretieren.
Vorwärtspass und Fehlpass: zwei verschiedene Dinge
Ein Pass kann schlecht eingestellt sein – zu hoch, zu tief, zu schwach, schlecht dosiert – ohne ein „en-avant“ zu sein. Wenn der Ball nach hinten geht, der Empfänger ihn aber nicht fängt, ist es ein Ballverlust, kein Vergehen. Das Spiel geht weiter und jeder Spieler kann ihn aufnehmen.
Ein „en-avant“ hingegen ist ein geahndetes Foul. Die Standardstrafe ist ein Gedränge zugunsten des Gegners. Schätzt der Schiedsrichter, dass der „en-avant“ einen wahrscheinlichen Versuch verhindert hat, kann er einen Strafversuch (7 Punkte) vergeben. Und wenn der „en-avant“ als absichtlich bewertet wird, gibt es eine gelbe Karte – der Spieler wird für 10 Minuten vorübergehend vom Spielfeld verwiesen.
Wie vermeiden die Spieler "en-avant"?
Die Prävention basiert auf drei Grundlagen. Zuerst die Passtechnik: Oberkörperrotation, Ballführung mit beiden Händen, Gewichtsverlagerung zum Ziel. Dann die Kommunikation: Die Spieler rufen den Ball laut, um ihre Position und Verfügbarkeit anzuzeigen. Schließlich das Timing: Zu spätes Passen unter dem Druck eines Tacklers ist die Hauptursache für "en-avant" in Spielsituationen.
Auf höchstem Niveau erhöhen Aktionen wie der Offload (Pass nach Kontakt, im Tackle) das Risiko eines "en-avant", ermöglichen aber die Aufrechterhaltung der offensiven Dynamik. Es ist ein ständiger Kompromiss zwischen Risikobereitschaft und Ballbesitz.
FAQ
Was ist die Strafe für einen "en-avant" im Rugby?
Die Standardstrafe ist ein Gedränge, das der gegnerischen Mannschaft zugesprochen wird. Wenn der "en-avant" absichtlich ist und einen Versuch verhindert, kann der Schiedsrichter einen Strafversuch oder eine gelbe Karte geben.
Ist ein "en-avant" dasselbe wie ein Fehlpass?
Nein. Ein Fehlpass, der nach hinten geht, ist kein Foul. Der "en-avant" betrifft nur Bälle, die nach vorne (in Richtung der gegnerischen Mallinie) gespielt werden.
Kann man einen "en-avant" machen, ohne den Ball zu passen?
Ja. Ein "en-avant" kann auch ohne Pass entstehen: Ein Spieler, der den Ball nach vorne fallen lässt (Knock-on), begeht ebenfalls einen "en-avant". Dies ist das gleiche Foul und die gleiche Strafe.